Dorothée Munyaneza/Cie Kadidi: Toi, moi, Tituba…
im rahmen der tanzwerkstatt europa
„Wie kann ich meinen Körper und meine Geschichte so bewegen, dass die Spuren derer, die ausgelöscht, übersehen, ignoriert oder vergessen wurden, hörbar, sichtbar und greifbar werden?“
– Dorothée Munyaneza
Wie immer beginnt alles mit Begegnungen: der Begegnung mit der Philosophin Elsa Dorlin, der Begegnung mit ihrem Text „Ich, du, wir: Ich, Tituba und die Ontologie der Spur“ sowie mit der Figur Tituba aus dem Roman „I, Tituba, Black Witch of Salem“ der Schriftstellerin Maryse Condé. Condé verlieh einer Schwarzen Frau und vermeintlichen Hexe aus den Hexenprozessen von Salem eine Stimme – einer Figur, deren Existenz und Geschichte beinahe ausgelöscht worden wären.
Die Performance begibt sich auf die Suche nach den Spuren jener Menschen, die durch Kolonialismus und Sklaverei entrechtet, verschwiegen und vergessen wurden. Im Mittelpunkt steht der Körper als lebendiges Archiv: ein Ort, an dem Erinnerungen, Geschichten und Erfahrungen bewahrt und weitergetragen werden. Tanz, Stimme und Gesang schaffen einen Raum, in dem Abwesenheit sichtbar und Stille hörbar wird.So entsteht ein „kollektives Solo“, das persönliche und historische Erfahrungen miteinander verbindet.