Rosas / Anne Teresa De Keersmaeker: Rosas danst Rosas
IM RAHMEN DER TANZWERKSTATT EUROPA
„Ich hatte das Gefühl, es ist einfach so, wie ich bin. Und ich wollte kein Etikett. Aber heute, nach 45 Jahren Arbeit als kreative Künstlerin, als Mutter und Frau bekenne ich mich zum Feminismus. Ja, ,Rosas danst Rosas‘ war ein feministisches Statement – aber das war nicht der Plan.“
– Anne Teresa De Keersmaekers
Mit „Rosas danst Rosas“ schuf Anne Teresa De Keersmaeker 1983 eines der prägendsten Werke des postmodernen Tanzes und begründete damit ihren internationalen Durchbruch. Aufbauend auf dem minimalistischen Ansatz von „Fase“ (1982) entwickelt die Choreografie aus reduzierten, präzisen Bewegungen eine komplexe Struktur, in der Wiederholung zum zentralen Ausdrucksmittel wird. Kraftvolle, beinahe obsessive Bewegungssequenzen treffen auf alltägliche Gesten und erzeugen eine intensive Spannung zwischen formaler Str enge und emotionaler Präsenz.Vier Tänzerinnen durchlaufen unablässig wiederkehrende Abläufe, als würden sie sich selbst tanzen. Aus Rhythmus, Beharrlichkeit und körperlicher Erschöpfung entsteht eine eindringliche Dynamik, die bereits bei der Uraufführung als explizit weibliche und feministische Position gelesen wurde. Die parallel zur Choreografie entstandene Musik von Thierry De Mey und Peter Vermeersch verstärkt mit ihren repetitiven Klangstrukturen die hypnotische Wirkung des Stücks.